Der Abgas-Skandal zieht weiterhin seine Bahnen, und das in erster Linie juristisch. Für Verbraucher bedeutet das nun die Chance, eine Entschädigung einzuklagen.



Verbraucher bereiten sich auf Sammelklagen vor

Der Diesel-Betrug gehörte zu den größten Skandalen in der Geschichte der Automobilbranche und erschütterte die Öffentlichkeit über die deutschen Grenzen hinaus. Dabei wirkte das Timing fast schicksalhaft: Die Elektromobilität macht derzeit riesige Schritte und lässt herkömmliche Autos ohnehin immer schlechter aussehen. Eine Affäre dieser Größenordnung erschien daher fast wie ein Symbol für den endgültigen Umbruch, auch wenn für diesen noch einige Wegpunkte erreicht werden müssen. Der Ausbau der Infrastruktur ist ein zentrales Thema, das neue Unternehmen hervorbringt, die ihrerseits die Innovation vorantreiben. Ein aktuelles Beispiel findet sich in Hannover, wo enercity bis zum 21. Dezember 2020 die Rechte für die Platzierung von Ladesäulen übernehmen wird.

Besitzer von Diesel-Fahrzeugen profitieren davon zunächst nicht. Sie befinden sich in einer schwierigen Lage zwischen drohenden Innenstadtverboten und einem Auto, das aufgrund falscher Herstellerangaben sowohl finanziell als auch gesellschaftlich stark an Wert verloren hat. Immerhin: Auf der Plattform myright.de können sich Geschädigte zusammenfinden und gegen die Schuldigen im Abgas Skandal rechtlich vorgehen. Der Anspruch wird nach Eingabe der Rahmendaten kostenlos berechnet und auf dieser Basis kann anschließend Schadensersatz eingeklagt werden.

Klagen von allen Seiten: Kommt das dicke Ende für VW erst noch?

Fast drei Jahre nach Bekanntwerden des Skandals leiteten außerdem öffentliche Institutionen den juristischen Weg ein. So bemühte der ADAC zusammen mit der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) eine Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG, kurz nachdem bereits Anleger rechtlich aktiv geworden waren. Der Fall zeigt, wie lange es dauert, bis die juristischen Mühlen Fahrt aufnehmen und für die Angeklagten bedeutet das, dass der Sturm noch lange nicht überstanden ist.

Bei mehr als zwei Millionen betroffenen Autobesitzern ist das nicht überraschend. Es gibt viele Metriken für die Größenordnung des Skandals und das Medienecho ist eine weitere. Für Verbraucher ohne juristische Beratung hat das den Vorteil, dass sie das Geschehen jederzeit zumindest oberflächlich verfolgen und nachvollziehen können. Um tatsächlich Schadensersatz erstreiten zu können, ist jedoch eine individuelle Durchsetzung nötig. Spätestens an diesem Punkt ist der Termin beim Anwalt unerlässlich, könnte sich aber durchaus lohnen. Denn im Kern der Argumentation seitens der VZBV geht es darum, dass Besitzer von Fahrzeugen, die nicht so umweltfreundlich sind wie ursprünglich behauptet, für diese Falschangaben entschädigt werden.

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