e-miglia 2010: Elektroautos überstehen erste Härtetests - Alternativ-Fahren.de

e-miglia 2010: Elektroautos überstehen erste Härtetests


Tesla weiter an der Spitze

Pässe in österreichischen Alpen stellen Fahrzeuge auf die ProbeFüssen/Innsbruck, 4. August 2010. Die e-miglia 2010, erste internationale Elektrorallye, bahnt sich ihren Weg über die Alpen. Bei strahlendem Sonnenschein wurde das 25 Fahrzeuge starke Teilnehmerfeld am zweiten Wettkampftag, der den kunterbunten Tross von Füssen nach Innsbruck führte, gleich zwei Mal auf die Probe gestellt: Wenige Kilometer hinter dem Fernpass galt es, eine 4,62 km lange Steigungsstrecke in möglichst exakt neuneinhalb Minuten zu bewältigen. Hier hatten Robert und Marina Häring im Tesla mit der Startnummer fünf die Stoßstange vorn. Auf eine Zehntelsekunde genau traf das Vater-Tochter-Gespann am Ziel ein und sicherte sich damit den Tagessieg. Am Nachmittag gab es dann ausschließlich Gewinner: Eine 6,7 km lange extreme Steilstrecke mit diversen Haarnadelkurven wurde von allen Fahrzeugen problemlos gemeistert.

„Von unserem Erfolg sind wir total überrascht“, gestand Robert Häring im Ziel am Innsbrucker Landestheater. „Wir haben uns gestern Tipps von einem Profi geholt, das hat uns sehr geholfen. Heute Abend werden wir wieder die Ohren offen halten“, schmunzelte der 54-Jährige, der bereits den kompletten Fuhrpark seines Unternehmens auf Elektrofahrzeuge umgestellt hat.

Die Führung der Gesamtwertung hat sich unterdessen der Sieger des ersten Tages gesichert: Mit Tim Ruhoff (25) und seinem Beifahrer Steven Hoffmann (20) findet sich nach wie vor das Team Energiebau im weißen Tesla Roadster auf Platz eins. Weniger erfolgreich waren Patrick Zankl und Professor Gerhard Reichert, die Zweitplatzierten des ersten Rallyetages. Wie einige andere auch, hatten sie die Sonderprüfung am Morgen zu schnell absolviert und wurden dafür mit 7,8 Strafminuten geahndet. Denn nicht Geschwindigkeit, sondern Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit sind bei der e-miglia 2010 der Schlüssel zum Erfolg.

Starke Waden zeigten Michael Wenzl und Jürgen Putzer im Twike, dem einzigen Wettkampfgefährt mit Steuerhebel und Fahrradpedalen. Die unterstützen den bis zu 5 kW starken Antrieb der futuristischen Konstruktion. Aber alleine mit den Pedalen wäre es nicht möglich, das Fahrzeug von der Stelle zu bewegen. „Dazu ist das Twike mit einem Leergewicht von 300 kg einfach zu schwer“, so Wenzl, der bei der e-miglia 2010 seine Rallyepremiere bestreitet. Beim Twike geht es laut Wenzl in erster Linie um Effizienz: „Pedalieren und Rekuperation, also die Energierückgewinnung beim Bremsen, helfen uns, die Akkus stets bei Laune zu halten.“

Ohne Unterstützung bahnt sich der Schweizer Marcel Schwager seinen Weg über die Alpen. Er ist der einzige Motorradfahrer im e-miglia Starterfeld. Hauptproblem des 24-Jährigen ist die Reichweite seiner Quantya Strada. Die liegt in den Bergen bei etwa 40 km. Eine Ersatzbatterie hat Schwager daher stets an Bord. Bei der Fahrt ins Tal mit einem Gefälle von bis zu 16 Prozent hatte der begeisterte Biker heute ein echtes „Aha-Erlebnis“: Die Tachonadel kletterte auf mehr als 100 km/h und damit höher als je zuvor.


Elektrofahrzeuge werden weiter auf die Probe gestellt

Rundum zufrieden mit den Leistungen der Elektrofahrzeuge ist Richard Schalber, sportlicher Leiter der e-miglia 2010: „Alle Fahrzeuge haben den heutigen relativ harten Tag mit Bravour gemeistert. Es geht uns aber auch nicht darum, die Belastbarkeit einer neuen Technologie zu überreizen. Vielmehr wollen wir zeigen, wie viel Spaß elektrische Mobilität macht und zu welch beeindruckenden Leistungen die lautlosen Fahrzeuge schon heute fähig sind.“

Morgen steht für die e-miglia Teilnehmer die zweite Grenzüberschreitung auf dem Programm: Am Vormittag geht es via Brenner nach Italien, Ziel ist Bozen.

Weitere Informationen zu Teilnehmern, Fahrzeugen und Bildmaterial:

#Weblink
www.e-miglia.com

Grafik: e-miglia


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