Clevere Tipps vom Fachmann zum Spritsparen und Umrüsten

af.- Sinkende fossile Energieressourcen und steigende Ölbedarfe durch Länder wie Indien und China lassen die Aussicht auf fallende Spritkosten stetig schwinden. Wie sich Autofahrer dennoch ein Stück weit unabhängig von den Preisen an der Zapfsäule machen können, verrät Philip Puls von TÜV SÜD. Drei Faktoren gibt es demnach zu beachten, sollen die Kosten für den Benzinverbrauch gesenkt werden: die Fahrweise, das Tanken und das Abwägen einer eventuellen Umrüstung.

Wer effizient fährt, kann bereits bis zu zehn Prozent seiner Kosten einsparen. So müssten etwa viele Strecken bei geschickter Tourenplanung nicht mehrmals täglich passiert werden. Stattdessen sollte man Fahrten lieber zusammenlegen und Kurzstrecken vermeiden. Auch ein Spritspartraining kann sinnvoll sein. Doch auch ohne ein solches lässt sich der eigene Fahrstil oft selbst noch ein wenig optimieren: Frühes Hochschalten und untertouriges Fahren zählen ebenso zu den besten Kniffen für spritsparendes Fahren wie das Abschalten des Motors bei kurzen Stopps und das Runterschalten bergab, um die Motorbremse zu nutzen. Wer sich sorgt, dass eine solche Fahrweise zu Lasten des Motor gehen könnte, der irrt. Motorschäden durch untertouriges Fahren gehören längst der Vergangenheit an und ein Abschalten zahlt sich bei modernen Motoren bereits ab unter zehn Sekunden aus.

Beliebte Taktik bei vielen Autofahrern ist die Onlinesuche nach der günstigsten Tankstelle des Umkreises - dafür werden dann auch gern ein paar Kilometer mehr zurückgelegt. Doch der Ersparnis weniger Cents an Spritkosten stehen oft Mehrkosten infolge der zusätzlich zurückgelegten Distanz gegenüber. Ganz zu schweigen von dem erhöhten Kohlendioxid-Ausstoß. Klüger ist es darum, eine streckennahe Tankstelle zu wählen, die ohne große Umwege zu erreichen ist. Zudem rät der Fachmann, immer möglichst mit warmem Motor zu tanken.


Autogas als Alternative

Für Vielfahrer lohnt sich möglicherweise auch der Umstieg auf Gasantrieb. Je nach Gasart können dann bis zu 50 Prozent Ersparnis realisierbar sein. Wichtig ist im Vorfeld jedoch eine gründliche Beratung durch Experten. Wer etwa oft mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs ist, wird vermutlich mit Benzinantrieb geringere Ausgaben haben, da der Gasverbrauch exponentiell zur Geschwindigkeit ansteigt. Auch bei einem sparsamen Otto-Motor und wenigen tausend Kilometern zurückgelegter Strecke im Jahr rechnet sich der Wechsel aufgrund der hohen Umrüstkosten eher selten. Diese belaufen sich bei Autogas durchschnittlich auf 1.800 bis 3.500 Euro. Bei Erdgas liegen die Kosten oft sogar noch höher, sodass die Anschaffung eines entsprechenden Neuwagens meist sinnvoller ist. Damit das Tanken nicht zur Mutprobe wird, sollten Billiganbieter in jedem Fall gemieden werden und Umrüstungen nur in anerkannten Fachbetrieben erfolgen.

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