Pilotvorhaben „Aqua-Fuel“ demonstriert neue Möglichkeiten

af. - Die Idee eines umweltschonenden Treibstoffes ist nicht neu, doch die Umsetzung erwies sich in der Vergangenheit immer wieder als problematisch.

Nun wagt sich die Hiller Feinwerktechnik und Gerätebau GmbH (Hiller) aus Neumünster im Rahmen des mit 145.050 Euro dotierten Förderprogramms „Umweltinnovation“ (Zukunftsprogramm Wirtschaft) an die Entwicklung dieses Brennstoffes. Sponsor ist die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH).


Wasser und Diesel dauerhaft verbinden

In dem sogenannten "Aqua Fuel" sollen etwa Diesel und Wasser eine beständige Verbindung eingehen, sodass der Ausstoß von Stickoxid und Ruß in Zukunft deutlich vermindert werden kann. Die Schwierigkeit besteht jedoch in jener langfristigen Bindung dieser Substanzen, da diese sich ebenso wie Wasser und Speiseöl nach kurzer Zeit wieder trennen.

Hiller wird in dem Projekt einen zukünftig fest in den Motor integrierten Mischreaktor konzipieren, mithilfe dessen das Wasser-Kraftstoff-Gemisch in eine möglichst stabile Emulsion umgewandelt werden soll. In diesem Vorhaben wird eine laufende Aufbereitung dieser Stoffe angestebt, um einen zeitnahen Einsatz in Verbrennungsmotoren zu ermöglichen.
Fokussiert wird dabei die Entwicklung eines Kavitations-Mischsystems.

Die Kavitation, ein sonst unerwünschter Effekt mit möglicherweise extremen Druck- und Temperaturspitzen, soll ein kurzzeitstabiles Wasser-Kraftstoff-Gemisch ermöglichen, das in einer dafür entwickelten Kavitationskammer kurz vor der Einspritzung in den Verbrennungsraum produziert wird.


Kostenaufwändiges vorhaben

Durch diese Technologie wird ferner die diffizile Verwendung von Emulgatoren vermieden. Grund dafür sind die komplexen Probleme, vor die sich Forscher in vergangenen Konzepten stets gestellt sahen, da das Mischverhältnis dieser Tenside je nach Motorentyp variiert. Überdies erwiesen sich Emulgatoren hinsichtlich der Verwendung in Kraftstoffen als zu kostenaufwendige Bestandteile.

Letztlich seien nun, aufgrund des erlassenen Gesetzes zur Reduktion des Schadstoffausstoßes bei Schiffen im küstennahen Einsatz sowie auf Binnenwasserstraßen, viele Schiffe mit neuen Technologien auszustatten. Somit könne Hiller hier seine Marktposition weiter ausbauen, kommentiert Dr. Bernd Bösche, Geschäftsführer der WTSH, bei der Übergabe der Fördergelder das Vorhaben Hillers, das System zunächst in Blockheizkraftwerken, Dieselmotoren für Lokomotiven und kleinen Schiffsmotoren zu erproben.

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