Fairphone-Crowdfunding: neue Finanzierungsrunde für das faire Smartphone

Smartphones sind nicht nur aus dem Alltag, sondern auch aus den Autos der Deutschen nicht mehr wegzudenken. Bluetooth-Freisprecheinrichtungen mit –Verbindung zum Entertainment-System sowie die Navigationsapps auf den kleinen Alleskönnern haben dafür gesorgt, dass mehr als ein Drittel der Autofahrer unter 35 Jahren nicht auf ein Smartphone im Auto verzichten wollen. Neben Samsung, Huawei, Apple & Co. gibt es seit 2013 eine Alternative: das Fairphone. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Smartphones möglichst fair zu produzieren.

In einem neuen Crowdfunding-Projekt hat die Firma bereits 1,3 Millionen Euro erhalten, wie der Blog von DeinHandy.de berichtet. Hier allerdings geht es um kein neues Gerät, sondern um die interne Finanzierung und die Ausweitung des Geschäfts.

Fairphone und sein Geschäft im Überblick

Fairphone steht für nachhaltig und fair produzierte Mobilgeräte. Hierbei achtet das Unternehmen sowohl auf angemessene Arbeitsbedingungen in den Herstellungsfabriken als auch auf ökologisch nachhaltige Gewinnung und Nutzung der Rohstoffe. Die Mobiltelefone überzeugen mit aktueller Technik und Software. In Anbetracht des umkämpften Markts für Smartphones fällt es der Firma jedoch schwer, mit den „Großen“ wie Samsung, Huawei oder Apple mitzuhalten. Daher ist das Unternehmen auf die Crowdfunding-Unterstützung angewiesen.
 

Geplante Investitionen

Mit der gegenwärtigen Kampagne investiert Fairphone in die interne Finanzierung sowie den Ausbau des eigenen Geschäfts. Ein neues Fairphone-Gerät ist gegenwärtig nicht geplant. Über die Plattform OnePlanetCrowd hat das Unternehmen nun knapp 1,4 Millionen Euro an Unterstützungsgeldern gewinnen können. Das Minimalziel von einer Million konnte die Firma damit klar übertreffen. Die als Idealziel angegebene Summe von 2,5 Millionen Euro kann noch erreicht werden. Unterstützer haben bis zum 15. August die Möglichkeit, weitere Spenden über die Crowdinvesting-Plattform zu leisten.

Die Unterstützer haben die Möglichkeit, Anteilseigner des Unternehmens zu werden. Auf diese Weise können sie im Erfolgsfall auch langfristig von ihrer Investition profitieren. Beobachtern zufolge handelt es sich um ein riskantes Geschäft, da die gegenwärtige Finanzspritze nicht ausreiche. Nur mit weiteren finanziellen Zuwendungen könne die Firma ihr Fortbestehen auch in Zukunft sichern.

Mit der gegenwärtigen Crowdfunding-Runde verfolgt Fairphone ein klar definiertes Ziel. Die eingenommene Summe will das Unternehmen jährlich mit 5 Prozent verzinsten. Nach fünf Jahren will die Firma die Summe voll zurückzahlen. Sollte diese Finanzierungsgrundlage nicht ausreichen, hat das Unternehmen eine besondere Regelung für die Crowdfunding-Anteilseigner getroffen. Diese verpflichten sich, die Anteile zu verkaufen, wenn über 50 Prozent der anderen Miteigentümer dies ebenfalls tun. Damit wird ein Verkauf der Firma möglich sein und kann nicht durch Anteilseigner verhindert werden.
 

Herausforderungen und Fazit

Das niederländische Unternehmen steht vor gewissen Herausforderungen im Hinblick auf seine Zukunft. Einerseits sind zahlreiche Kunden begeistert vom Geschäftskonzept, was die hohen Crowdfunding-Spenden belegen. Andererseits hat die Firma immer wieder mit Komplikationen seitens der Zulieferer zu kämpfen. Ein weiteres Problem ist die für den Hersteller überraschend hohe Nachfrage. Der Erfolg des Fairphone 2 kam für den Hersteller unerwartet, sodass er nicht genügend Produkte liefern konnte. Auch um solche Engpässe zu vermeiden, ist die Investition in den Ausbau der Geschäftsgrundlage für die zahlreichen Fans sinnvoll.
 
Bild: pixabay.com © Nietjuh (CCO Public Domain)


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