E-Autos als Energiespeicher und virtuelle Kraftwerke


enercity-Forschungsprojekt zum Schaufenster Elektromobilität untersucht dessen Beitrag zur Energiewende

enercity: Elektro-Caddy an der LadestationDie enercity Contracting GmbH, ein Unternehmen der Stadtwerke Hannover AG, ist mit zwei weiteren Partnern mit einem Forschungsprojekt beim niedersächsischen Schaufenster Elektromobilität dabei. Die Partner dieses Teilprojekts erhielten inzwischen ihre Förderbewilligungen vom Bundesumweltministerium. Das Vorhaben des Konsortiums, an dem auch das Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik (IEH) an der Leibniz Universität Hannover und das Institut für Transportation Design (ITD) an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig beteiligt sind, trägt den Titel „Demand Response – das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk“. Am 18. Dezember 2012 wurde die Auswahl des niedersächsischen Schaufensters E-Mobilität durch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer in Hannover bekannt gegeben und erste Förderbescheide aus seinem Ressort erteilt.

Der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Stromerzeugung liegt bereits bei über 20 Prozent und ist durch stark schwankende Einspeiseleistung gekennzeichnet. Die Stromversorgung gerät schon heute zu gewissen Zeiten an Grenzen – Defizite oder Überschüsse müssen synchron ausgeglichen werden. Zeitlich gestaffelte Regelleistungsprodukte können sicherstellen, dass sich Stromerzeugung und -verbrauch stets im Gleichgewicht befinden. „Die zunehmende erneuerbare Stromerzeugung sowie Dezentralisierung wirft die grundlegende Frage auf, welchen Beitrag die Akkus in Elektroautos zukünftig zur Aussteuerung von Lastschwankungen in den Stromnetzen leisten können“, sagte Michael Feist, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover AG, anlässlich des Projektstarts.

Mit dem Projekt untersucht das Konsortium, inwieweit eine zusätzliche Nutzung der Energiespeicher von dezentral verteilten Elektrofahrzeugen einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromversorgungssystems zu leisten vermag. Es soll ermittelt werden, wie sich die verstärkte Nutzung von Elektrofahrzeugen in den Betrieb der Verteilnetze und eine Verbundbildung dieser Einheiten im Regelenergiemarkt integrieren lassen. Außerdem wird das im Projekt zu entwickelnde Integrationskonzept wirtschaftlich bewertet.

Konkret wird ein Feldversuch mit 40 Nutzern von Elektrofahrzeugen durchgeführt. Eigens hierfür wird eine Steuer- und Messeinheit (CarConnectBox) entwickelt und gebaut. Diese Boxen werden bei den Ladepunkten der Nutzer installiert. Mithilfe der CarConnectBox wird zum einen das Ladeverhalten der Nutzer aufgezeichnet, zum anderen kann das Laden der Elektrofahrzeuge unter Berücksichtigung der energiewirtschaftlichen Randbedingungen ferngesteuert werden. Die CarConnectBox dient auch als Schnittstelle für die Nutzer. Die Ladung der Elektrofahrzeuge kann vom Nutzer gesteuert werden, Mitteilungen an die Nutzer werden in einem Display und über eine Ampel angezeigt. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen Geschäftsmodelle entwickelt werden, die die Nutzer von Elektrofahrzeugen durch Preisanreize dazu anregen, ihr Ladeverhalten an die Anforderungen der Energiewirtschaft anzupassen, um so einen Beitrag zur Systemstabilität der Stromversorgung zu generieren.

An der Schnittstelle zwischen Energiesystem und Elektrofahrzeug angesiedelt, konzentriert sich das Projekt auch auf die Akzeptanzforschung. Ziel der Akzeptanzforschung ist es, Nutzeranforderungen zu ermitteln sowie akzeptanzförderliche Aspekte und potenzielle Markthemmnisse in Bezug auf das Elektrofahrzeug selbst und die zu erprobenden Geschäftsmodelle zu identifizieren. Umsetzungstaugliche Lösungsansätze werden aus der Nutzerperspektive analysiert.

Die Verzahnung von Angebots- und Nachfrageseite soll auch durch die technische Einbindung von bis zu zehn Elektrofahrzeugen in den Regelenergiemarkt in Form eines „virtuellen Kraftwerks“ erforscht werden. Die praktischen Arbeiten werden durch Simulationen ergänzt, die mit den real erhobenen Messdaten arbeiten und weiterführende Betrachtungen ermöglichen. Ebenso soll untersucht werden, unter welchen Bedingungen E-Autos an Ladestationen überschüssige erneuerbare Energie aufnehmen können.

Das Projektvolumen für das Konsortium beträgt knapp eine Million Euro, wobei enercity eine Förderquote in Höhe von 55 Prozent erhält und die Forschungsarbeiten an beiden Hochschulinstituten zu 100 Prozent gefördert werden. Die Laufzeit des Projekts ist mit drei Jahren angesetzt.

#Weiterführende Informationen
www.enercity-contracting.de
www.iee.uni-hannover.de
www.transportation-design.org


Hintergrund-Information: Das enercity-Engagement zur Elektromobilität

Seit 2010 sammelt enercity eigene Erfahrungen mit unterschiedlichen Aspekten und Formen der Elektromobilität, konkret mit Ladestationen im Netzgebiet sowie unterschiedlichen E-Mobilen, sowohl Nutz- als auch Privat- und Freizeitfahrzeugen, mit zwei oder vier Rädern.


E-Ladestationen mit enercity UmweltStrom:

Seit Ende 2010 hat die enercity Contracting GmbH inzwischen sieben öffentliche E-Ladestationen mit enercity UmweltStrom in Betrieb. Sechs davon sind für Elektroautos. Pedelecs, Elektroroller und Segways können exklusiv vor dem KundenCenter von enercity direkt neben der Oper elektrisch tanken. Eine Übersicht zu den enercity-Ladestationen und deren Nutzungsbedingungen ist unter www.enercity.de/emobility zu finden. Bis zunächst Ende 2013 ist der enercity UmweltStrom-Bezug kostenlos. Der Zugang erfolgt per E-Ladekarte (RFID) oder (nach Registrierung) per SMS/Mobil-Telefon. Bezug der RFID-Karte unter www.enercity.de/emobility (Registrierung E-Tanken).

Ladestationen-Übersicht:
http://www.enercity.de/pk/enercity_service/umwelt/mobilitaet/elektro_mobilitaet/ladestationen.html

Foto: © enercity


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