Intelligente Navigation für Elektro-Autos


Das Projekt "GridSurfer"

Navigationstechnologien für die zukünftige Elektromobilität Sogenannte "grüne Navigation" soll den Weg der zukunftsweisenden Elektro-Autos zu Serienreife ebnen. Ein E-Auto wird für den durchschnittlichen Autofahrer trotz aller innovativen Elemente erst dann als Alltagsfahrzeug attraktiv, wenn sich sein Radius zuverlässig berechnen lässt.

Zur exakten Bestimmung der Reichweite sollen nun exklusiv für diesen Einsatzbereich entwickelte Navigationssysteme beitragen. Sinnvolle Telematik ermöglicht es dem Fahrer, die Energiereserven seines Fahrzeugs optimal zu nutzen und seine Reichweite auszureizen, inklusive Batteriewechselkonzepts.

Grundlegend dafür ist intelligente Navigation. "GridSurfer" ist ein Projekt des Energiekonsortiums EWE (Oldenburg) zur Entwicklung eines Gesamtprojekts aus Elektro-Autos, benötigten Ladestationen, geografischen Daten und wesentlichen Kommunikationsanforderungen. Der Zulieferer Karmann aus Osnabrück stellt das entsprechende Fahrzeug zur Verfügung - den Kleinwagen E3, der als straßenzugelassener Versuchsträger ein System mit Wechselbatterien bietet. Dank der speziellen Navigations-Software "infoware" soll die interne Telematik signifikant verbessert und alltagstauglicher gemacht werden. Konstante Strecken-Analysen bedingen die Routenberechnung. Neben vorliegenden Fahrzeugparametern wie Verbrauch und Ladezustand werden topographische Erörterungen über vorliegendes Gelände sowie Daten zum aktuellen Verkehrsaufkommen in die Gesamtberechnung mit einbezogen. Via Fahrzeugelektronik wird die erforderliche Energiemenge errechnet. Für den Ladezustand der Batterie ist es entscheidend, ob Energie verbraucht oder, während eines Gefälles, nachgeladen wird. Zusätzlich können zur Verbesserung des Reichweitenproblems sekundäre Energieverbraucher wie Klimaanlage oder Ähnliches abgeschaltet und die Geschwindigkeit verringert werden. Das Navigationsgerät ermittelt Ladestationen auf der Strecke und reserviert Ladeslots oder einen Bereich zum Batteriewechsel.

Teil des Konzepts sind neue Einsatzmöglichkeiten für E-Autos als Energiespeicher: Nachts wird überschüssige Energie aus regenerativen Quellen (Windkraft) eingespeist, die tagsüber Bedarfsgebieten zugeführt werden kann. Die "infoware" Navigations-Software managt die Ausnutzung dieser mobilen Stromspeicher in Abhängigkeit zum realen Energiebedarf des Autos. Ihre Integration in bestehende Energiesysteme und der schwankende städtische Bedarf öffnen Nischen für das Elektro-Auto als Speichermodul.

Ziel des "GridSurfer" Projektes ist es, den bisher hauptsächlich an den städtischen Einsatzbereich gebundenen E-Autos durch kluge Navigation ihren Weg auf das Land zu ebnen. Als inter-urban verkehrende Zukunftsmodelle werden sechs Karmann-Wägen in Norddeutschland eingesetzt. Für die Modellfahrzeuge ist eine exakte Energiebedarfsplanung unerlässlich: Aus diversen Informationen (Kartenmaterial und Verkehrsparameter) sowie aktuellen Daten (Staus, Sperrungen) wird ein energetisches Streckenbild erstellt. Im Feldversuch werden sie mit Forschungs-Schwerpunkt Informationstechnologien weiterentwickelt.

Das von BMU und BMWi geförderte Forschungsprojekt "GridSurfer" strebt eine Alltagstauglichkeit der E-Autos dank ausgeklügelter Navigation an. Damit ist ein entscheidender Schritt Richtung Nachhaltigkeit im Bereich der Fortbewegung getan.
 
Grafik: fotolia


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