Technology Review über unökologische Biokraftstoffe
Rodung von Regenwäldern für Biokraftstoffe
(box) - Technology Review 3/2006: Biokraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gelten als umweltfreundlich und werden von der EU massiv gefördert. Doch in Brasilien wird für den Soja-Anbau für Treibstoff sogar Regenwald abgeholzt, schreibt das Technologiemagazin Technology Review in seiner Ausgabe 3/06.
Die Befreiung von Biotreibstoffen von der Mineralölsteuer hat einen regelrechten Boom entfacht. Mittlerweile werden auf knapp zwölf Prozent aller deutschen Äcker Energiepflanzen angebaut, vor allem Raps und Getreide. Doch das soll erst der Anfang sein: Bis zum Jahr 2020 sollen 20 Prozent der konventionellen Kraftstoffe durch alternative Kraftstoffe ersetzt werden, legt die EU-Kommission in einem Grünbuch fest. Allein um die ab 2010 jährlich benötigten 22 Milliarden Liter Biokraftstoff für Europa zu liefern, müsste rund die Hälfte der Fläche Deutschlands nur mit Energiepflanzen bestellt werden.
Schon heute wird deshalb häufig auf Importe zurückgegriffen:
Täglich kommt in riesigen Frachtern billiges Palm- und Sojaöl aus Südamerika, Malaysia und Indonesien nach Europa. Doch die Biotreibstoff-Produktion reißt in den Lieferanten-Ländern riesige Wunden ins Ökosystem. In Brasilien wird der Urwald mittlerweile hauptsächlich für den Anbau von Sojabohnen abgeholzt. 15 Milliarden Liter Ethanol produziert das Land jährlich aus Zuckerrohr. Wenn Millionen Hektar Regenwald gerodet werden, dann verliert der Vorteil der Kraftstoffe beim Klimaschutz jedes Fundament.
Quelle: PresseBox
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