Brennstoffzellen - modelliert für eine nachhaltige Zukunft
3rd Fuel Cell Research Symposium: "Modelling and Experimental Validation - From in-situ Diagnostics to Multiscale Modelling"
(box) - « Um die Brennstoffzellentechnologie beschleunigt auf den Markt zu bringen, sind Modelle unerlässlich », meinte Dr. Alphons Hintermann, der Initiator des « Fuel Cell Research Symposium ». Damit brachte der scheidende Programmleiter im Bundesamt für Energie (BFE) einen zweitägigen Workshop auf den Punkt, an dem rund 70 Experten für Brennstoffzellen an der Empa in Dübendorf die Zukunft dieser Zellen diskutierten. In 30 Vorträgen präsentierten sie technisch-wissenschaftliche Arbeiten und Ergebnisse aus der Forschung und Entwicklung von Brennstoffzellen sowie neue Instrumente zur Modellbildung und deren experimenteller Überprüfung.
Andere Forschende beleuchteten die physikalisch-chemischen Grundlagen der neuartigen Energielieferanten, referierten Materialaspekte und beschrieben ganze Energiesysteme, wie etwa Gebäude, in welchen Brennstoffzellen zusammen mit anderen Umwandlungstechniken und konventionellen Heizgeräten für Strom und Wärme sorgen. Wie komplex dabei die Umsetzung eines technischen Konzepts in die Praxis werden kann, wurde dann aus den Gesprächen mit den anwesenden Industrie-Ausstellern klar.
Wechselwirkungen vorhersagen
Im Bereich der Hochtemperaturzelle geht es, laut Holtappeis, vor allem darum, die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Komponenten der Brennstoffzelle bei hohen Temperaturen zu verstehen beziehungsweise vorherzusagen. Dabei spielt sowohl die Neigung, neue (häufig unerwünschte) Verbindungen zu bilden, als auch die Geschwindigkeit dieser chemischen Reaktionen eine zentrale Rolle. Für beide Brennstoffzellentypen (Nieder- und Hochtemperaturzellen) wurden neue Ergebnisse in der Entwicklung von Zellen, Stapeln und Systemen vorgestellt, von kleinen Einheiten für den Ersatz von Batterien bis hin zu ganzen Kraftwerksystemen.
Während des Symposiums zeigte sich deutlich, wie komplementär die einzelnen Arbeiten zueinander sind. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit war die Modellierung von Hochtemperaturbrennstoffzellen an der EPF in Lausanne. Sie wurden durch experimentelle Daten aus Messungen an der DLR Stuttgart ergänzt. Ausdrücklich verlangt wird eine Zusammenarbeit über Fachgruppen hinaus auch im paneuropäischen "Generic Fuel Cell Modelling Environment Project". Das GenFC-Projekt möchte die verschiedenen Modellierungsebenen zusammenbringen, um ein universelles Instrument zum Design und zur Bewertung von Brennstoffzellensystemen zu schaffen. Auch die Empa ist Teil des GenFC-Verbundes.
Nächstes Symposium 2007 in Jülich
Angesichts des grossen Interesses an allen bisherigen "Fuel Cell Research Symposien" wurde beschlossen, die Veranstaltungsreihe weiterzuführen. Zur Planung wurde ein Lenkungsgremium eingesetzt. Es besteht aus Vertreterinnen der beteiligten Institutionen des ETH-Bereichs - ETHZ, EPFL, PSI und Empa - sowie der DLR und des Forschungszentrums Jülich. Dort wird auch das nächste Symposium stattfinden. Schon bei der diesjährigen Veranstaltung kämpften die Organisatoren damit, bei steigender Anzahl Teilnehmender den Workshopcharakter beizubehalten. Trotz sorgfältiger Planung und perfekter Organisation «hätte ruhig mehr Zeit für Diskussionen und Gespräche zur Verfügung stehen können», so das Feedback vieler Symposiumgäste.
Quelle: PresseBox
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